Unseren Hochzeitsreise verbrachten wir auf der Kanareninsel La Gomera. Seither läßt uns die La Gomera nicht mehr los. Die Insel hat vulkanischen Ursprung und mißt nur 25 km im Durchmesser. Die höchste Stelle ragt mit 1487 m aus dem Atlantik. Die Landschaft ist wild zerklüftet, unzugänglich und exotisch anmutend. Das Straßennetz ist allerdings hervorragend ausgebaut. Im Herzen La Gomeras liegt der Nationapark Garajonay. Er wurde wegen der einzigartigen Vegetation von der UNESCO zum Natur-erbe der Menschheit erklärt. Wie ein Märchenwald mutet der gomerische Urwald an. Wanderungen im weltgrößten Lorbeerwald waren uns aber aufgrund des Verkehrsunfalls vom 19. September 2007 verwehrt. Das möchten wir aber beim nächsten Aufenthalt auf dieser bezaubernden Insel nachholen.
Vom zentralen Bergland senken sich strahlenförmig fünfzig tief eingeschnittene Schluchten zur Küste. Das Bergmassiv wirkt auf der Insel wie eine Klimascheide und teilt die Insel in einen den feuchten und fruchtbaren Norden und einen trockenen Süden. Altkanarische Ureinwohner verständigten sich mit mittels der Pfeifsprache Silbo über die Bergrücken hinweg. Silbo wird auch heute noch in gomerischen Schulen gelehrt. Vermutlich wanderten Berberstämme (Ghomarer) um 500 v. Chr. auf der Insel ein. 1402 n. Chr. eignete sich der kastilische König die Kanaran an, die als heidnische Inseln bis dahin als herrenlos galten. 1492 diente Gomera Christoph Kolumbus Gomera als Ausgangspunkt für seine Entdeckungsreisen nach Amerika Viele Gomeros wanderten aus wirtschaftlichen Gründen in der zweiten Häfte des 19. Jhdts. nach Südamerika aus. In Kuba bilden die Kanarier eine eigene ethnische Gruppe: Guajiros. Ab den 1960er Jahren wanderten Aussteiger mit Drogen und einer Vielzahl von Büchern auf Gomera ein. Die Otto-Mühl-Kommune praktizierte die freie Liebe im Südosten der Insel.
Gomera ist heute keine Aussteigerinsel mehr, dennoch kann man heute noch die unterschiedlichsten Typen, vor allem im Valle Gran Rey, treffen. Die Touristenhochbauten sind in Gomera noch nicht anzutreffen und das unglaubliche Flair der Insel macht zu weiteren Reisen auf diese Insel süchtig.
Als besonderen Literaturgenuß ist der Valle-Bote sehr zu empfehlen.